Heute will ich meinen ersten regionalen Beitrag schreiben und einige Worte zu der aktuellen Verkehrslage in 50226 Frechen verlieren.

Situation bis August 2011

Seit Februar 2007 wird im Kölner Westen auf der A1 zwischen Köln-Bocklemünd und dem Autobahnkreuz Köln-West ein Lärmschutztunnel gebaut.

Wie der Tunnel letztendlich nach seiner Fertigstellung aussehen soll, verrät im Übrigen dieses nette Video.

Bis etwa Mitte August lief der Umbau zu meinem Erstaunen erfolgreich gut. Ich konnte nach und nach die Veränderung fast täglich miterleben, ohne dass ich persönlich gravierende Probleme mit dem Verkehr hatte. Entsprechende Sperrungen von Ausfahrten wurden in der Regel nachts durchgeführt und rechtzeitig angekündigt. Allerdings muss ich festhalten, dass ich einen einigermaßen angenehmen Fahrtweg hatte: Von Königsdorf aus, muss ich täglich über die Anschlussstelle Lövenich auf die A1 und von dort aus direkt auf die A4 in den Kölner Süden. Ich weiß allerdings, dass die A1 schon seit Beginn der Bauarbeiten am Lärmschutztunnel von unzähligen Staus geplagt wird. Von diesen Staus habe ich zum Glück auf meinem kurzen A1-Stück wenig mitbekommen.

Staus und Umleitungen seit August 2011

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Der eigentliche Spaß fing jedoch Mitte August 2011 an, als der Landesbetrieb Straßenbau NRW auf die grandiose Idee kam, die Anschlussstelle Lövenich zu sperren, und das mal eben für einen ganzen Monat!

Das hieß nicht nur für Pendler wie mich, die aus Königsdorf auf die A4 in Richtung Köln-Süd möchten, dass sie einen Umweg über die Anschlussstelle Frechen (bzw. Marsdorf) machen müssen, nein auch umgekehrt! Pendler aus Köln kommend, die nach Aachen, Düren oder auch Belgien fahren möchten, dürfen einen netten Umweg über die Aachenerstraße bis zur Anschlussstelle Frechen-Nord (Köln-West) fahren. Ja, seitdem ist die Linksabbieger Ampel in Richtung Bonnstraße unbenutzbar!

Nun ja, ich habe mich dann mit einem fünf bis zehn Minuten längeren Fahrtweg über Frechen abgefunden.

Frechen: Rien ne va plus - Nichts geht mehr!

Der absolute Hammer folgte dann Anfang September: Wisst ihr was, da wir dem Tunnel ja noch ein Glasdach verpassen müssen, sperren wir nicht nur einen kompletten Tunnel (Ha, denn wir haben ja noch einen zweiten!), sondern dazu auch einfach mal mehrere Ausfahrten im Kreuz Köln-West. Und das mal eben für sage und schreibe NEUN MONATE!

Die Anschlussstelle Lövenich, die erst einen Monat gesperrt sein sollte, wird somit auch voraussichtlich die nächsten neun Monate gesperrt bleiben. Das gleiche sollte auch mit Frechen passieren. Jedoch gibt es in Frechen ein kleines Problem. Frechen ist ein Wirtschaftsstandort, wo sich viele Unternehmen - auf Grund der Autobahnanbindung - niedergelassen haben. Neben Bauhaus, Porta, Lekkerland und diversen Hotelketten, sei DPD genannt, die dort täglich mit dutzenden Transportern und LKWs langfahren.

Und es kam wie es kommen musste: Nicht nur der Vorsitzende der Interessenvertretung Frechener Unternehmer Horst Winkelhag, sondern auch Frechens Bürgermeister Hans-Willi Meier gingen auf die Barrikaden. Und das mit Erfolg. In einem persönlichen Gespräch mit Vertretern von Straßen NRW und der Bezirksregierung einigte man sich auf Verbesserungen im Autobahnkreuz Köln- West. Was soviel heißen soll, dass Frechen erstmal erreichbar bleibt.

Erst gesperrt, dann freie Fahrt

So schreibt es jedenfalls der Kölner Stadt-Anzeiger, was jedoch leider reinstes Wunschdenken ist.

Lövenich ist und bleibt weiterhin dicht und das voraussichtlich für wahnsinnige neun Monate. Weiterhin wird während des Glasdachbaus sämtlicher Verkehr durch den östlichen Tunnel auf der A1 geleitet. Was dazu führt, dass die A1 für diesen Zeitraum in beiden Richtungen nur noch zwei- statt dreispurig ist. Und diese Auswirkung spürt man auf allen umliegenden Autobahnen und Zufahrten.

Tja...und wenn man sich überlegt, dass der östliche Tunnel ja auch noch ein Glasdach erhalten soll, muss man nicht lange rechnen, wie lange der Wahnsinn insgesamt dauern wird. Aber Hauptsache Frechen ist wieder offen...

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